Der Eintritt als Auftritt im Lampenballast
2009, C-Print

In Viktoria Tremmels fotografischen Selbstinszenierungen diffundieren unbewusste und bewusste Identitätsbezüge, die die Selbstidentität als Fremdidentität in Erfahrung bringen. Zur Visualisierung der introspektiven Wahrnehmungen werden die markanten Eigenheiten diverser Genres wie Performance, Theater, Fotografie, Mode und Kostümbild zusammen erprobt. Vergleichbar der Videoperformance „Allerleirauh“ werden die Aspekte der Kleidung als Material hinsichtlich eines symbolischen Interaktionismus berücksichtigt.

Die minimalistische Konzeption der Inszenierung orientiert sich an der Vielschichtigkeit der Blickbeziehungen der Kamera und der Porträtierten, deren unterschiedliche Perspektiven zwischen einer Ästhetik der Erscheinungen und einer Ästhetik des Verschwindens changieren.
Der Ort der Selbstdarstellung ist das Atelier, ein Zwischenraum, dessen Funktion nur indirekt über eine in einem Spiegel sichtbare Staffage erfassbar wird. Der Spiegel repräsentiert den Ort zwischen der Utopie und der physischen Präsenz des Raumes. Im Atelier als Zwischen- und Fluchtort wird das Scheitern der Suche nach dem Dazwischen in der eigenen Identität zelebriert.

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