30 KILO
2006-2007, 40 min

Konzept für zwei Videos

Als ich 2006 den Sommer in Cesky Krumlov (Krumau) verbracht habe, um dort zu arbeiten, war ich zunächst begeistert vom Alter und Schönheit der Stadt, bin aber bei längerem Aufenthalt mehr und mehr auf die militärische Hinterlassenschaft aus kommunistischer Zeit aufmerksam geworden, die sich dort unterirdisch noch immer breitmacht. Mir fiel auf, dass dort sehr viele Jugendliche als „fashion“ Militärkleidung tragen, die aber natürlich dort noch mal eine ganz andere Bedeutung in sich trägt wie bei uns, unter anderem auch, weil sich noch Männer in nicht geringer Anzahl mit echter Militärkleidung darunter mischen.
Man muss wissen, Krumlov ist umzingelt von noch intakten aber auch aufgelassenen Kasernen und Truppenübungsplätzen. Der Punkt, der mich dabei faszinierte, ist der Kontrast zwischen dieser Stadt, voll mit Touristen, hergerichtet als ein großes einziges „Renaissanceschloss“, einerseits, um den Kommunismus vergessen zu machen, andererseits, um es Eu recht zu machen, aber dann ist da noch so eine komische Schwere spürbar, die von den einheimischen Menschen ausgeht und von dieser sonderbaren anachronistischen und zugleich sehr gegenwärtigen Militärkraft, die dort allgegenwärtig ist.

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30 Kilo – concept for two videos, conceived and executed by Viktoria Tremmel

When I spent the summer of 2006 in Cesky Krumlov to work there, my first reaction was one of enthusiasm about the age and the beauty of that town. Yet the longer I stayed there, the more I became aware of the military heritage from the communist past, which is still very much present, if only subterraniously. Thus, I was struck by how many young people wear military clothes as fashion, clothes which of course carry a completely different meaning from similar ones worn in Austria – not least because here, among the civilians there is a not inconsiderable number of men in real military dress. It is important to know that Krumlov is surrounded by barracks and military training areas – disused, but still intact. It is this contrast which fascinated me the most: on the one hand, there is this town packed with tourists, like one huge renovated renaissance palace: meant to make people forget about the communist past, meant to make the place „EU-compatible“; on the other hand there is this weird heaviness that the natives and that curiously anachronistic, yet very present military power exude.

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